Was sind Forks?

Wer sich mit der Thematik der Kryptowährungen näher befasst, wird über kurz oder lang auf den Begriff „Fork“ stoßen. Dabei handelt es sich um Abspaltungen und die Entstehung neuer Kryptowährungen bzw. Coins mit (verbesserten) Anwendungseigenschaften. In der Krypto-Historie gibt es zahlreiche bekannte Forks, zu denen beispielsweise Bitcoin Cash gehört. Aber Fork ist nicht gleich Fork, denn es gibt zwei verschiedene Varianten:

  • Hard Fork
  • Soft Fork

Wir schauen uns näher an, wo genau die Unterschiede liegen und welche Auswirkungen die Abspaltungen auf die Community, die Coins und den Krypto-Markt haben.

Fork – Erklärung und Begriffsdefinition

Das Wort Fork stammt aus dem Englischen und heißt übersetzt so viel wie „Gabel“. Bei den Kryptowährungen bezieht sich diese Gabel auf die Trennung einer Software und die damit verbundene Entwicklung bei Kryptowährungen in unterschiedliche Richtungen. Eine Fork besitzt einen offenen Quelltext und basiert auf einer bereits existierenden Währung, wird aber bei ihrer weiteren Entwicklung angepasst. Der Grund für Forks ist vielfältig, liegt häufig aber darin begründet, dass die bestehenden Anwender einfach eine Verbesserung der Software wünschen, sich aber nicht mit der gesamten Community einig sind.

Soft Fork & alles, was es dazu zu wissen gibt

Soft Forks finden häufig bei den Kryptowährungen statt, denn es werden nur kleine Veränderungen im Protokoll vorgenommen. Vergleichbar ist solch eine Soft Fork mit einem Update einer Software. Erfahrungsgemäß werden neue Regeln oder Features eingefügt, ohne dass dabei die Hauptsoftware der Kryptowährung verändert wird. Die alten Regeln gelten weiterhin, was natürlich für die User einen wesentlichen Vorteil hat: Sie können selbst entscheiden, ob sie das Update der Kryptowährung nutzen möchten oder nicht. Umgangssprachlich wird die Soft Fork deshalb auch als rückwärts kompatibel bezeichnet, denn wer auf das Update verzichtet, kann die neuen Features nicht nutzen, muss aber auch keine Umstellung bei der bisherigen Anwendung vornehmen.

51 Prozent-Regel bei Soft Fork

Es gibt bei den Soft Forks eine Besonderheit. Zwar können die User selbst bestimmen, ob und wann sie das Update tatsächlich vornehmen, bei 51 Prozent Mehrheit wird allerdings eine Umstellung der alten Nodes vorgenommen. Gibt es keine Mehrheit, wird die Soft Fork-Blockchain parallel zu bisherigen Blockchain geführt, sodass ein vorübergehender Split erfolgt. Ist der Konsensus erreicht, ersetzt die neue Blockchain (mit dem Update) die alte Blockchain und ist für alle Netzwerk Teilnehmer gültig. Wird der Konsensus (noch) nicht erreicht, läuft die Soft-Fork-Blockchain aus. Die ursprünglich existierende Blockchain bleibt dann gänzlich unberührt und erhält das Update nicht.

Was müssen Miner bei Soft Fork beachten?

Wurde der Konsensus beim Soft Fork erreicht und gibt es die Mehrheit von über 51 Prozent, wird die neue Software im Netzwerk angewandt und die alte Blockchain ersetzt. Auch die Miner nutzen dann die neue Software und verstehen sie neuen Regeln. Für die alte Blockchain gibt es keine Rewards mehr, sodass die Umstellung auf die neue Software empfehlenswert ist, um keine Rechenleistung und Zeit ohne Aufwandsentschädigung zu verschwenden.

Bekannte Soft Fork

Bitcoin ist zweifelsohne als Kryptowährung den meisten Usern bekannt. Sie bringt auch eine der wichtigsten Soft Forks hervor: die Implementierung von Segwit. Dadurch sollen die Transaktionskosten und die Geschwindigkeit verbessert werden. In der Theorie ein gutes Vorhaben, den Bitcoin hat bereits seit Längerem mit dem Ruf zu kämpfen, zu teuer und zu langsam zu sein. Doch die freiwillige Anwendung der Updates schlug viel, denn es wurde keine Mehrheit erreicht. Das wiederum hatte zur Folge, dass es keine signifikanten Verbesserungen der Blockchain gab, dazu wenige Nodes das Update ausführten.

Hard Fork

Im Gegensatz zu einer Soft Fork werden bei einer Hard Fork wesentliche Veränderungen in der Blockchain bzw. im Blockchain-Protokoll vorgenommen. Deshalb ist die Hard Fork auch nicht rückwärts kompatibel. Damit diese Fork überhaupt durchgeführt werden kann, muss es zu einem Konsens kommen, was im Vergleich zur Soft Fork deutlich schwieriger ist. Aus dem Grund werden die Hard Forks in der Praxis auch deutlich weniger realisiert. Bei den Hard Forks gibt es ebenfalls drei wesentliche Unterscheidungen:

  • Update Forks
  • Code Forks
  • Blockhain Forks

Die Unterschiede liegen, wie es die Namen schon vermuten lassen, in der eigentlichen Umsetzung. Die update Fork ist die „Basis-Art“ einer Hard Fork. Es geht primär darum, Fehler zu beheben und neue Features einzufügen. Der Fokus ist vor allem auf einer fehlerfreien Funktionsweise der Blockchain gerichtet, sodass die vorgenommenen Implementierungen für das Blockchain-Protokoll essenziell sind. Es geht allerdings nicht darum, eine neue Kryptowährung bzw. ein neues Konzept zu entwickeln, sondern die Funktionalität zu verbessern. Damit der wachsenden Community auch die Anforderungen an die Blockchain steigt, sind solche update Forks notwendig, um den Ansprüchen auch längerfristig gerecht zu werden.

Code Fork

Eine weitere Art der Hard Fork ist die Code Fork. Genutzt wird ein etablierter Krypto-Code, der als Ausgangslage für ein neues Projekt gilt. Ein berühmtes Beispiel für eine Code Fork ist beispielsweise Bitcoin und Litecoin, denn der Litecoin-Code basiert auf Bitcoin, wurde aber mit einer neuen Funktionalität angepasst und die Schwachstellen von Bitcoin ausgemerzt.

Blockchain Fork

Bei dieser Art der Hard Fork wird durch die Community eine rege Änderung bei bereits bestehenden Kryptowährungen initiiert. Beispiel dafür sind Bitcoin und Bitcoin Cash. Nimmt die Community diesen Vorschlag an, wird der Hard Fork zum Update Fork. Vereinfacht: Die Community übernimmt das Update der Software und folgt damit den neuen Regeln. Die alte Blockchain wird nicht mehr weiterverfolgt und stirbt faktisch aus. So viel zur Theorie, denn in der Praxis ist es nicht immer ganz einfach, einen Konsens der Community zu finden. Was passiert, wenn es keinen Konsens gibt? Gibt es den Hard Fork mit Blockchain Fork. Die Folge:

  • Netzwerk wird gesplittet
  • Es entstehen zwei Blockchain: Blockchain ohne Änderung und Blockchain mit gewollter Protokolländerung

Für Miner sind solche Fork-Situationen eine Herausforderung, denn sie müssen den neuen Regeln ebenfalls zu sagen, wenn sie mit der neuen Blockchain interagieren und damit Coins verdienen möchten. Da das geänderte Protokoll ältere Versionen nicht akzeptiert, ist sonst kein Mining mehr möglich.

Was passiert mit den Coins bei den Forks?

Gibt es tatsächlich bei jeder Fork neue Coins oder behalten die alten digitalen Währungseinheiten ihre Gültigkeit? Eine pauschale Antwort lässt sich darauf nicht geben, denn es kommt auf die Art der Fork an. Bei der Blockchain Fork gibt es beispielsweise neue Coins, bei der Code Fork allerdings nicht, denn es gibt hier Altcoins. Wie dies genau funktioniert, zeigen wir an praktischen Beispielen.

Blockchain Fork und neue Coins

Als populärstes Beispiel für eine Blockchain Fork gilt Bitcoin Cash. Durchgeführt wurde die Fork auf Basis des Bitcoin-Protokolls, da die Community eine Verbesserung der Features (vor allem schnellere Verarbeitungszeit und günstigere Kosten) forcierte. Eine Einigung war allerdings schwer zu finden, denn Bitcoin hat eine festgelegte Blockgröße von 1 MB und die Bitcoin Cash Befürworter wollten 8 MB. Da diese Veränderungen dem bisherigen Bitcoin-Protokoll nicht entsprachen, kam es bei Block #478558 zur Fork.

Folgen für User nach Fork

Wer Bitcoin besaß, bekam durch die Blockchain Fork die gleiche Anzahl von Bitcoin Cash, da die bisherige Transaktionshistorie von Bitcoin übernommen wurde. Zum Zeitpunkt des Splits erhielten die User die gleiche Coins-Anzahl. Mit der Fork allerdings entwickelten sich beide Blockchains unterschiedlich weiter und die Gutschrift der gleichen Coins-Anzahl war danach natürlich ebenfalls nicht mehr gegeben.

Code Fork bringt Altcoins hervor

Bei einer Code-Fork gibt es keine neuen Coins der eigentlichen Kryptowährung, sondern es werden ganz neue Münzen entwickelt. Der Bitcoin Code dient als Grundlage für viele Altcoins und wurde häufig kopiert, allerdings auch stark modifiziert. Durch die Veränderungen der Blockzeit, dem Mining Algorithmus oder dem Coins-Limit kommt es zu völlig neuen Anforderungen, sodass eine Coins-Übernahme bis zum Fork-Zeitpunkt kaum Sinn machen würde. Deshalb implementieren die Entwickler der neuen Blockchain ebenfalls neue Coins, die als Altcoins (Alternative Coins) bezeichnet werden. Ihr Ursprung ist die Blockchain mit dem Genesis Block.

Hard Fork nicht immer unumstritten

Natürlich ist aus technischer Sicht eine Hard Fork meist eine Verbesserung, denn sonst würde die Community dies nicht anstreben. Allerdings gibt es abseits der technischen Vorzüge auch Nachteile, die eine Hard Fork mit sich bringen kann. Vor allem für Trader und Investoren ist eine Hard Fork nicht immer vorteilhaft, denn daraus können Kursschwankungen bei den Kryptowährungen entstehen und sich allgemeine Verunsicherung am Krypto-Markt breitmachen. Damit die Anleger darauf reagieren können, empfehlen sich Krypto-CFDs, wie es sie bei vielen Brokern zu attraktiven Konditionen und sogar mit einem Hebel von maximal 1:2 (für private Anleger) gibt. Damit können die Trader auch einen Abwärtstrend mit der richtigen Position souverän handeln.

Daniel Schlitt
Daniel Schlitt

Daniel ist leitender Redakteur bei kryptowaehrungen.kaufen und kann beruflich auf mehrere Jahre als Journalist und mehr als acht Jahre in der Finanzbranche zurückblicken. Nach seinem VWL-Studium spezialisierte sich Daniel auf Finanzmathematik, war Finanzanalyst bei einer großen Investmentgesellschaft und knüpfte bereits in dieser Zeit Kontakte in die Blockchain-Szene. Seit 2014 bestimmen Kryptowährungen sein Leben. Heute schreibt er darüber und führt ein Startup-Unternehmen in dem Bereich.

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